RC-Segeln

Deutsche Klassenvereinigung und Ausschuss RC-Segeln

WM 2026 DATCHET WATER UK

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23 Mai 2026 22:21 - 23 Mai 2026 22:22 #21692 von ger55
ger55 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Vielen Dank, Norbert und Torsten, dass ihr uns  DSV  Segler bei der WM 2026 in England vertreten habt.

Vor allem danken wir euch dafür, dass ihr uns so hervorragend auf dem Laufenden gehalten habt.

Eure persönlichen und emotionalen Eindrücke werden wir sicher noch in Ruhe zuhause besprechen. 

Danke euch beiden – und kommt gut und sicher wieder nach Hause!

Manchmal wünsche ich mir die Gelassenheit eines Stuhles !!!
Letzte Änderung: 23 Mai 2026 22:22 von ger55.
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24 Mai 2026 13:41 - 24 Mai 2026 13:45 #21693 von GER 22
GER 22 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Ich kann mich Thomas' Worte nur anschließen, die VdMYS und alle RC-Segelsportler aus Deutschland gratulieren dem neuen Weltmeister der IOM-Klasse 2026, Alexis Carré (F), ganz herzlich zu diesem großartigen Erfolg mit seiner V12! Es ist zugleich sehr traurig, dass Ian Vickers (RIP) dieses beeindruckende Ergebnis seiner Konstruktion nicht mehr selbst erleben durfte.
Unser Glückwunsch gilt selbstverständlich auch allen weiteren Platzierten dieser Weltmeisterschaft, insbesondere unseren deutschen Teilnehmern Torsten Fildebrandt GER 87 (Platz 61) und Norbert Heinz GER 19 (Platz 66), die unter den schwierigen Bedingungen wacker gekämpft haben.
Ein besonderer Dank geht an beide für die stimmungsvollen Informationen und Berichte direkt von der WM. Es ist keineswegs selbstverständlich, während einer Weltmeisterschaft die Daheimgebliebenen so engagiert auf dem Laufenden zu halten. Chapeau!

Kommt nun gesund nach Hause, gönnt euch etwas Ruhe und genießt das schöne Wetter hier.

Hier noch ein paar Fotos mit unseren Skippern, dickes Kompliment an den/die Fotograph/in. Schaut sie euch auf der WM-Seite z.B. FB an, lohnt sich!
















 

Gruss

Tommy
GER 22
Vorsitzender VdMYS
Chairman RC-Segelfreunde Bremen
IOM Venti
IOM Aurum
IOM Proteus EVO 1.6
IOM Dingo ( im Bau )
IOM Slice ( im Bau )
RG 65 Manta 17

Es gibt nichts Gutes außer man tut es ! (Kästner)
Letzte Änderung: 24 Mai 2026 13:45 von GER 22.
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24 Mai 2026 19:55 #21694 von ger15
ger15 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Unsere Helden von Datchet 

 

 

Quelle: Matthias P.

 

Vegetarier kommt ursprünglich aus dem indianischen Sprachgebrauch, und bedeutet "zu blöd zum jagen oder fischen.
Wenn man schlau ist, kann man sich doof stellen, umgekehrt wird’s schwierig.
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25 Mai 2026 19:48 - 25 Mai 2026 19:49 #21696 von ger15
ger15 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Ich habe mich immer gewundert wo das Wort 
CAT. steht in den Listen .
Hier die Erklärung:

 They indicate the age category of the entrants and their eligibility for prizes in those categories. As listed in the NoR the category are as follows

Sie geben die Altersklasse der Teilnehmer sowie deren Teilnahmeberechtigung für die Preise in diesen Klassen an. Wie in der Ausschreibung aufgeführt, lauten die Klassen wie folgt:

U26 (under 26)

Open OP (26 - 55)

Master M (56 - 65)

Grand Master GM (66 – 70)

Great Grand Master GGM (71 – 75)

Legend L (76– 80)

Fantastic Legend FL (above 81).

Vegetarier kommt ursprünglich aus dem indianischen Sprachgebrauch, und bedeutet "zu blöd zum jagen oder fischen.
Wenn man schlau ist, kann man sich doof stellen, umgekehrt wird’s schwierig.
Letzte Änderung: 25 Mai 2026 19:49 von ger15.
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26 Mai 2026 07:13 - 26 Mai 2026 07:27 #21697 von GER 87
GER 87 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
 Hallo zusammen,
 nachdem sich der Reisestaub gelegt hat und die Wunden halbwegs verheilt sind, wird es Zeit für eine nüchterne – okay, vielleicht dezent sarkastische – Bilanz der Weltmeisterschaft.
Vorab: Das soll absolut keine Ausrede für mein Abschneiden sein, sondern lediglich eine chronologische Würdigung der Ereignisse, die man sich so eigentlich nicht ausdenken kann.

Kapitel 1: Sabotage im Sperrbezirk
 Das Drama begann, noch bevor der erste Startschuss überhaupt fiel. Im offiziellen Lagerraum – von mir ab jetzt liebevoll „Area 51“ genannt – passierte das Unmögliche: Mein Boot wurde im vermeintlich sicheren Depot beschädigt. Wer, wie oder was da sein Unwesen getrieben hat, bleibt ein britisches Geheimnis. Ein riesiges Dankeschön geht an Remko, der den Schaden mit einer Blitz-Operation repariert und das Boot überhaupt erst wieder schwimmfähig gemacht hat!

Kapitel 2: Der Verschlimmbesserungs-Einteilungslauf
 Mit repariertem Boot ging es in den Einteilungslauf. Und was macht man als erfahrener Segler Sekunden vor dem Start? Richtig, man fummelt noch mal an den Einstellungen herum, die vorher eigentlich gut waren. Das Ergebnis war ein meisterhaft fabrizierter Trimm-Unfall Marke Eigenbau, der mich direkt und ohne Umwege in die E-Gruppe katapultierte. Herzlichen Glückwunsch an mich selbst.
Kapitel 3: High-Tech aus der Hölle.
 Dort unten blieb ich dann erst mal hängen, was maßgeblich an meinen brandneuen, „hochpräzisen“ gelaserten Fockhaken lag. Diese Dinger sind so scharfkantig, dass sie mein Vorstag im Laufe der Regatta gleich *dreimal* sauber durchgetrennt haben. Ein grandioses Produkt! Drei Ausfälle wegen desselben Hakens und nichts anderes im Koffer als Ersatz – die Dinger sind inzwischen dort gelandet, wo sie hingehören: im Müll. Die runden Drahthaken sind bestellt.

Kapitel 4: Das Psychospiel namens HMS.
 Man muss es einfach sagen: Das HMS-System bei 84 Booten ist psychologische Kriegsführung. Statt entspannt zu segeln, starrt man permanent nach vorne, zählt panisch die Boote durch und rechnet sich den Puls in die Höhe. Steige ich auf?
Steige ich ab? Dieser permanente Druck hat mich phasenweise komplett gelähmt. Remko, der eigentlich denselben Speed fährt wie ich, hat das Ganze tiefenentspannt weggeatmet und ist einfach locker durchgesegelt. Chapeau – diese Nerven hätte ich auch gerne gehabt. Wenn alles normal und ohne Material-Voodoo gelaufen wäre, wäre ein Platz in den 30ern absolut machbar gewesen.
Stattdessen gab es Highlights wie das Zieltonnen-Drama: Statt des verdienten Aufstiegs in die B-Gruppe gab es wegen einer unbemerkt touchierten Tonne ein nachträgliches DSQ mit der Höchststrafe von 85 Punkten und das Ticket zurück in die D-Gruppe. Wenn man einmal in dieser Abwärtsspirale aus kleinen Fehlern drinsteckt, reicht das HMS-System dir treu die Hand und drückt dich noch ein bisschen tiefer in den Sumpf.

Kapitel 5: Great Britain – Ein Traum in Grau.
 Zur Organisation vor Ort: Nun ja, es ist halt England. Das Eventgelände war quasi ein Hochsicherheits-Trakt, man fühlte sich dezent eingeschlossen.
Der Fluglärm ist alle 60 Sekunden brachial.
Wer die EM im pompösen, blitzblanken Torrevieja in Spanien miterlebt hat, erlebte hier den maximalen Kulturschock. Der Pflegezustand des Geländes versprühte den herben Charme eines vergessenen Industriegeländes.Zum englischen Essen verliere ich lieber keine Worte – es war schlichtweg... englisch. Die Wettfahrtleitung war sichtlich bemüht, aber wir wissen ja alle, was „stets bemüht“ im Zeugnis bedeutet. Läufe bei absolutem Fast-Nicht-Wind durchzuziehen, bei denen die Boote im Zeitlupentempo einen Meter vor dem Zielstrich verhungern (während von der Seeseite die Schleichbahn vorbeizieht), hatte mehr mit Würfeln als mit Regatta zu tun. Auch von 9:30 bis 18:30 zu segeln ist einfach zu lang.

Fazit: Eine WM reich an Erfahrungen. Ich weiß jetzt, welche Haken ich nie wieder kaufe, dass englischer Rasen überbewertet wird und dass mein nächstes mentales Training aus Baldrian-Tee bestehen wird. Mund abputzen, die neuen Drahtteile verbauen und nach vorne schauen.
Grüße,Torsten 
GER 87

 

"Elvstrom hat uns gelehrt, dass man nichts gewonnen hat, wenn man beim Gewinnen des Rennens den Respekt seiner Konkurrenten verloren hat."

Letzte Änderung: 26 Mai 2026 07:27 von GER 87.
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26 Mai 2026 11:23 #21698 von GER 75
GER 75 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Danke Torsten!
...und ich beziehe mich jetzt auf deinen letzten Absatz: Nur das zählt!

MfG

Torti



10R: In10sive
IOM: Incognito 1 - 2 - ? ;-)
RG65: Incus
M: in Arbeit...
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26 Mai 2026 13:17 - 26 Mai 2026 13:34 #21699 von ger19
ger19 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Da ich nicht KI-generiert schreibe, dauert es bei mir etwas länger von meinen Eindrücken und Erkenntnissen zu berichten. Torsten war schneller als ich.
Ich gebe Torsten und seinem Kapitel 5 vollkommen recht.
Organisation 4-: Reicht gerade aus, das Terminchaos am letzten Tag um das Spanferkelessen und die Siegerehrung war bezeichnend.
Der Veranstaltungsort glatte 5: Lärm, Toilette kaputt, eingeschlossen, usw.
Mir widerstrebt es aber , nur negatives zu erwähnen, das ist in den letzten Tagen genug rüber gekommen, es gibt auch positives zu Berichten.
Anreise und Unterkunft:
Hat gut geklappt, Fähre war ok, die Grenzkontrollen auf der Hinfahrt waren vollkommen überzogen.
Nicht die Römer spinnen (Asterix), nein, die Engländer spinnen.
Meine Frau und ich hatten ein kleines Appartement direkt in Datchet rund 4 km vom Verein entfernt.
Klein, aber sehr schön eingerichtet, Auto direkt vor der Tür, Vermieter direkt daneben, immer freundlich und ansprechbar, war wirklich mehr als nur in Ordnung.
Durch die Selbstverpflegung (in ein großes Auto passt halt viel Verpflegung rein) mussten wir uns das englische Essen auch nicht antun.
Für meine Frau hatten wir das Fahrrad dabei, was Sie auf Grund der engen Straßen und der englischen Fahrweise nicht viel genutzt hat. Da musste sogar der Bürgersteig manchmal als Straße genutzt werden. Lebensgefährlich.
Die Infrastruktur mit Bus und Bahn war wirklich gut. Mit dem Zug (direkt um die Ecke) nach London Waterloo oder nach Windsor , sehr einfach.
Die Engländer selber, der ganze Stuff, alle sehr freundlich, hilfsbereit und nett.
Vorbereitung der IOM:
Es ist nichts, aber auch wirklich nichts kaputt gegangen, trotz der rauen und ruppigen Welle, und trotz des verhältnismäßig vielen Windes.
Wind:
Endlich mal eine Regatta, wo zu 80% mit schönem Wind gesegelt wurde, auch wenn die Winddreher manchmal bis zu 30° groß waren und das Ergebnis kurz vor Ziel noch einmal durcheinander gewürfelt wurde. Zu den restlichen 20% bin ich bei Torsten. Sowas würden wir auf keiner Regatta dulden.
Ergebniss:
Mir war von vorhinein bewusst, dass ich bei solch einer Veranstaltung nicht viel zu bestellen habe. Allein wegen der Sprache war mir klar, dass ich äußerst defensive segeln musste. Ich habe in den vielen Läufen ein einziges mal gekringelt. Meine vorher auferlegte Taktik hat funktioniert.
Ich hatte schon vor der WM meine Ziele artikuliert:
Erstens:
Nicht mit einer 7 oder 8 als erste Zahl in der Siegerliste stehen, mit dem Platz 66 habe ich das erreicht.
Zweitens:
Nicht ständig nur in Heat E segeln. Anfangs war es viel Heat D und Heat E, die letzten Tage hatte ich aber mit Heat E nichts mehr zu tun: Ziel erreicht.
Besser geht natürlich immer, aber ich bin soweit zufrieden.
Habe ich was gelernt:
Ehrlich gesagt NEIN.
Die Schiffe der Topleute waren immer abgedeckt oder weg, schauen konnte man nichts.
Was ich gerne gelernt hätte ist, wie man eine IOM auf Speed trimmt.
Bei unseren Revieren ist die Höhe am Wind wichtig, bei der WM, SPEED, SPEED,SPEED.
Was Alexis Carre für einen Speed fuhr? Unfassbar. Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen, und hätte mal schauen dürfen.
Da man beim Zuschauen eher weiter von den Skippern weg stand, und auch der Kurs dann weiter weg war, war abschauen so gut wie nicht möglich.

Eine Szene möchte ich aber gerne genauer beschreiben und von ihr erzählen:
Die Croaten waren ja stark vertreten und hatten bis auf eine Kantun 2 alle eine Viss.
Also alle das gleiche Boot, dadurch alle den gleichen Trimm.
Alle Croaten wusste über alle anderen croatischen Boote bescheid.
Ich weiß nicht mehr in welchem Heat es war.
Ob B-Rigg oder A-Rigg war an vielen Tagen immer die Frage.
Die Croaten haben dann Ihren am schlechtesten platzierten Segler mit B-Rigg in den Heat geschickt.
Er ist auch aufgestiegen, der Wind lies aber wieder nach.
Der Skipper hätte ja jetzt innerhalb von 8 min die 100 m zum Schiff laufen müssen, raus dem Wasser, umriggen, rein ins Wasser, 100 m zur Startstelle laufen.
Nichts dergleichen musste er.
Plötzlich kamen 5 Croaten angerannt, Segelkiste dabei. Einer lief auf den Steg , holte das Schiff aus dem Wasser. Die anderen hatten schon das A-Rigg in der Hand.
Die haben mit 5 Leuten das Rigg gewechselt, jeder hatte seine Aufgabe, jeder Handgriff saß.
Der Eine hielt das Schiff, der Nächste war für die Schoten zuständig, der Nächste für die Wanten, usw. Der Trimm war natürlich bekannt. Schiff einsetzen, aufräumen weiter.
Der Skipper , stand an der Startstelle, 80m entfernt, und konnte sich auf den nächsten Lauf konzentrieren.
Ich hätte nicht gewusst , wie ich Torstens Venti hätte umbauen und trimmen sollen und er auch nicht meine Slice.

Was auch stark aufgefallen ist, England har seine Vormachtstellung bei der IOM verloren.
Graham Eliott, Peter Stollery natürlich gut dabei, aber eine wirkliche Chance hatte sie mit der altehrwürdigen BritPop nicht.
Der es begriffen hat, ist Rob Walsh, wurde dritter und fährt eine Venti.
Fazit:
Ich hatte in Geldern kurz mit Henning über meine Ziele und Herangehensweise gesprochen.
Er meinte, das es so richtig wäre und meinte so zum Schluss:
Genieße es!
Und genau das habe ich im Großen und Ganzen auch getan.
Wenn man mich fragen würde, würdest du nochmal an einer WM teilnehmen?
Wenn ich mich qualifizieren könnte , wäre die Antwort JA,
aber nur dann wenn der Austragungsort mit dem Auto einigermaßen erreichbar wäre und nicht in Datchet wäre.
Gruß
Norbert
Letzte Änderung: 26 Mai 2026 13:34 von ger19.
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26 Mai 2026 14:34 #21700 von ger31
ger31 antwortete auf WM 2026 DATCHET WATER UK
Moin,

vielen Dank, dass ihr uns an euren Erlebnissen habt teilhaben lassen! Eure gesammelten Erfahrungen kann euch keiner nehmen und die sind ganz sicher viel wert.

Festzustellen ist, dass das Segeln mit SHRS offenbar ein schlechtes Training für die Nerven ist. Vielleicht ein Trick der Kroaten, um die Konkurrenz einzulullern. Selbst haben sie offensichtlich keine Probleme damit und sind bestens vorbereitet.

Gruß

Volkmar
GER 31

Regattaboote:
2 x IOM Lintel MMXX
2 x RG 65
2 x DF 95
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